No. 21 Zement.

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Während der Weltexpo galt in Shanghai ein allgemeines Abriss- und Baumoratorium, um eine bessere Luftqualität zu garantieren. Seitdem wird weiter abgerissen. Bauschutt nimmt in China mehr als ein Drittel des gesamten städtischen Mülls ein. Gleichzeitig werden jedes Jahr zwei Milliarden Quadratmeter neue Gebäude fertiggestellt, für die bis zu 40 Prozent des weltweit verfügbaren Zements und Stahls verwendet werden. „Allerdings stehen unsere Gebäude nur durchschnittlich 25 bis 30 Jahre", sagt Qiu Baoxing, stellvertretender Minister für Wohnungsbau und Entwicklung von Stadt und Land. Im Jahr 2008 wurde fast jede zweite Tonne Zement in China erzeugt und verwendet. Allein in Shanghai soll es 20.000 Baustellen geben.

No. 20 Donghai Bridge.

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Die Donghai Bridge verbindet das Festland mit der Insel Yanshan südlich von Shanghai. Auf den ersten Blick sieht die Brücke ziemlich unspektakulär aus. Ist sie auch. Ihre Länge aber nicht. Denn mit 32,5 km war sie bis zum Jahr 2008 die weltweit längste transozeanische Brücke und wird heute nur von der Hangzhou Bay Bridge - ebenfalls in China - um 3 km übertroffen. Während der ungefähr 30-minütigen Fahrt über das Ost-Chinesische-Meer passiert man den ersten Offshore-Park für Windenergie Chinas, der - wie sollte es anders sein - „der größte der Welt“ ist. Seit Juli 2010 werden hier - rechtzeitig zur EXPO - je 3 Megawatt von 34 Anlagen produziert. Bis 2010 plant die chinesische Regierung die Erweiterung auf 30 Gigawatt.

No. 19 Stadtbild.

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„Ein unentwirrbares Netz mit groben Steinen gepflasterter Straßen, die unsere modernen Reinigungsmaschinen bald verderben würden; dunkle Läden ohne Vorbau oder Schaufenster, in denen sich halbnackte Händler bewegen; ... einige Tempel der Einheimischen neben Kapellen der Ausländer; an Stelle von Spazierwegen nichts als ein "Teegarten" und ein ziemlich morastiger Paradeplatz auf ausgefülltem Land, das früher Reisplantagen einnahmen und dem noch heute sumpfige Gase entströmen; und in jenen Straßen mit ihren schmalen, aber tiefen Häusern eine Bevölkerung von über 200.000 Seelen - das ist das Bild dieser, bezüglich ihrer Wohnlichkeit wenig einladenden, für den Handel aber doch ungemein wichtigen Stadt.“ (Jules Verne: Die Leiden eines Chinesen in China)

No. 10 Jin Mao Tower.

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Der Jin Mao Tower vereint einige der in China äußerst beliebten Superlative. Mit 421 m Höhe und 88 Stockwerken steht er derzeit an Position 10 der höchsten Gebäude der Welt. Die obersten 33 Etagen werden vom Grand Hyatt Hotel eingenommen. Vom 87ten in den 53ten Stock kann man dort in die Tiefen des größten Atriums der Welt blicken. Das Hotel-eigene Schwimmbad, das in 250 m Höhe untergebracht ist, gilt als das höchste der Welt. Und auch ein Postamt im 88ten Stock gilt als - wer hätte es gedacht - das am höchsten gelegene der Welt. Vor den Türen des Jin Mao Towers wird heute schon am 632 m hohen Shanghai Tower gebaut. Er wird nach seiner Fertigstellung das höchste Gebäude Chinas, aber (nach dem Burdsch Chalifa in Dubai) „nur“ das zweithöchste der Welt sein.

No. 09 Kindersitze.

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So etwas wie Kindersitze habe ich in Shanghai noch nicht gesehen. Das heißt aber noch lange nicht, dass Kinder nicht auf allem, was fahren kann (und das ist in China so einiges!) mitgenommen werden - sie werden einfach im Arm gehalten. Rostige Motorräder und Elektrofahrräder düsen so mit Kleinfamilien und unglaublichen Geschwindigkeiten durch die Stadt. Den Kindern werden dabei manchmal Schlafmasken, die wir aus dem Flugzeug kennen, aufgesetzt - vermutlich, damit sie den Fahrstil ihrer Eltern nicht auch noch visuell ertragen müssen. Dieses Foto ist schon etwas älter. Das Paar hatte mich samt Kind mehrere Male umkreist. Offensichtlich erschien ihnen, was sie sahen, genau so eigenartig wie anders herum.

No. 08 Häusermeer.

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Shanghai bedeutet übersetzt „Stadt über dem Meer“. Dieser lautmalerische Name bekommt beim Ausblick aus dem 36ten Stock eine ganz neue Dimension. Architektur hin oder her - der Blick auf diese nicht enden wollende Stadt, die laut der London School of Economics um 32 Einwohner pro Stunde wächst, ist bei Nacht einfach fantastisch. Man erahnt, was hier noch vor 25 Jahren zu sehen war - nämlich nicht viel. Das Fischerdorf im Yangtze Delta erwirtschaftet heute ein Fünftel des Bruttosozialprodukts Chinas. Wo vor 15 Jahren nur Sumpfland zu sehen war, stehen heute im Finanzviertel Pudong 3000 neue Hochhäuser. Neulich habe ich gelesen, Mao hätte einmal gesagt: "Auf einem weißen Stück Papier malt man am schönsten."

No. 07 Mc Lieferservice.

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China ist der global am schnellsten wachsende Markt der McDonalds corporation. In Shanghai gibt es derzeit „nur“ 82 McDonalds-Filialen, 13 davon haben 24 Stunden geöffnet. Bis Ende 2013 will McDonalds die Anzahl seiner Filialen in China verdoppeln. Dafür hat der Konzern in Shanghai eine eigene „Hamburger University“ gegündet, die den McManagernachwuchs in China garantieren soll. McDonalds wird hier weniger als Fastfood-Anbieter wahrgenommen, sondern als westlich und besonders reinlich. Als Serviceleistung bietet McDonalds hier für 7 RMB (entspricht ca. 76 ct) einen Lieferservice an, wie uns dieser fotogene Ausfahrer beweist. Die größte McDonalds-Filiale der Welt befindet sich übrigens nicht in den USA, sondern in Beijing.

No. 06 Nationalfeiertag.

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Am 1. Oktober feiert China an seinem Nationalfeiertag die Ausrufung der Volksrepublik China im Jahr 1949 durch Mao Zédōng: "Unsere Nation wird nie wieder eine gedemütigte Nation sein. China hat sich erhoben!" Kam mir Shanghai - gemessen an der Anzahl von Menschen - gefühlt bis jetzt doch nicht so viel größer als andere Metropolen vor - zum Nationalfeiertag wurde ich eines besseren belehrt. So weit das Auge blicken kann: Menschen, die wie hier auf der Nanjing Lu flanieren. Da China bereits im letzten Jahr seinen 60ten Jahrestag mit großer Militärparade und Feuerwerk gefeiert hatte, musste in diesem Jahr anscheinend ein bisschen gespart werden. Außer Flaggen, die in den Straßen hingen, und ein paar Knallern war nicht viel los. Schade!

No. 05 Festmahl.

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Bei einem typisch chinesischen Festessen, wie hier zum Mondfest, sitzt man zu zehnt an einem runden Tisch. Auf diesem befindet sich eine große drehbare Glasplatte, auf der die einzelnen Gerichte stehen. Und so isst man gemeinsam, was gerade angefahren kommt. Unterhalb der Suppe (in der großen Schüssel) liegen die Mondkuchen, die man sich zum Mondfest gegenseitig schenkt und miteinander teilt. In der Shandong Provinz ist besonders Lotus (weiß, links) eine Spezialität. Und wo ist der Reis? Reis wird erst zuletzt serviert und ist zu festlichen Anlässen selten auf den Tischen zu sehen, denn er gilt als „gewöhnlicher“ Sattmacher. Wer also zum Schluss auch noch den Reis aufisst, signalisiert dem Gastgeber, dass das Essen nicht genug war.

No. 04 Mondfest.

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Rote Laternen werden in China zu Festtagen aufgehangen, wie hier zum Mondfest in TaierZhuang (bei ZaoZhuang). In der Nacht leuchtet alles und Boote fahren durch die pittoresken Kanäle. Traditionelle chinesische Musik klingt in den Gässchen und Teelichte schwimmen auf Lotusblumen im Wasser. Irgendwie schön - aber leider nicht echt. TaierZhuang wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört und während der letzten zehn Jahre rekonstruiert. Neun Zehntel der ursprünglichen Stadt fehlen noch, dann möchte sich TaierZhuang um den Titel des Weltkulturerbes bewerben. Zur Zeit besteht die Stadt zu hundert Prozent aus Hotels. Die 3,5 Millionen Einwohner des heutigen TaierZhuangs wohnen weniger malerisch außerhalb der „historischen Altstadt“.

No. 03 Longhua Tempel.

shanghai3.jpg Im Südwesten Shanghais befindet sich der größte Tempel der Stadt: Longhua - der Tempel der Drachenblume. In den Innenhöfen der Anlage, deren älteste Gebäude aus der Zeit der Song-Dynastie stammen, ist es angenehm ruhig. Es riecht nach Räucherstäbchen, die zu Ehren der Götter angezündet werden, und wahrgenommen gibt es dort mehr Menschen, die zum Gebet kommen, als Touristen. Die buddhistischen Mönche auf dem Bild beten vor der Statue Shakyamunis. Dabei schlägt der Mönch vorne links eine Trommel, die den Takt angibt, in dem die anderen Mönche aus ihren Gebetsbüchern lesen. 2003 wurde der Tempel restauriert, nachdem er während der Kulturrevolution geschlossen worden war. Alle ursprünglichen Buddhafiguren wurden zerstört.

No. 02 Kindergarten.

shanghai2.jpg Inmitten bebauter Stadt eine grüne Tartaninsel für Kinder. Im Großraum Shanghai mit 19 Millionen Einwohnern ist jeder Fünfte über sechzig Jahre alt, Tendenz steigend. Als Arbeitnehmer der Zukunft, die das Wirtschaftswachstum voran treiben sollen, braucht China Kinder. Deswegen werden in Shanghai neu verheiratete Geschiedene und Ehepaare, die selbst Einzelkinder sind, zu einem zweiten Kind ermutigt. Das muss allerdings beantragt werden. Chinesische Kinder lernen heute schon im Kindergarten Mathematik und Englisch, denn laut Mao sind "Drei bis sechs Jahre ... das ideale Alter, um früh mit der Ausbildung von Kindern zu beginnen". Da ist es schon fast wieder schön, dass dieser Kindergarten leer ist.

No. 01 Angekommen.

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Da bin ich. Shanghai. 18.884.600 Einwohner leben hier auf engstem Raum. Ich jetzt auch. Mit 23 kg Gepäck hat British Airways mich in dieser Wüste abgesetzt. Jetzt gehts los. Abenteuer, große weite Welt und so. Mein erster Eindruck: oh mein Gott, wo bin ich hier!? Die Stadt ist grüner, als ich vermutet hätte. Hochhäuser so weit das Auge reicht und direkt daneben kleine traditionelle chinesische Häuser, die mehr und mehr verdrängt werden. Überall muss ich meinen Pass vorzeigen, Geld bezahlen, Seiten voller chinesischer Schriftzeichen unterschreiben und wenn ich frage, warum ich das tun sollte, lautet die Antwort „Please sign here...“

Mein zweiter Eindruck: vielleicht bleib ich doch erstmal ein paar Monate. Elf um genau zu sein. Gleich am ersten Tag habe ich mein Zimmer im Tongji Studentenwohnheim bezogen. Ein eigenes Zimmer ist hier Luxus. Ich teile mir mein Zimmer mit Yeli aus Venezuela. Die chinesischen Studenten wohnen in acht- bis zehn-Bett-Zimmern. Mein Zimmer ist schrecklich. Jugendherbergsatmosphäre, null Privatsphäre und ein Bad, das von Tierchen bewohnt wird. Das Leben hier läuft langsamer. Was sicher auch an den 35 Grad und der hohen Lufttemperatur liegt... Abends tropft das kondensierte Wasser an den Klimaanlagen herunter. Und abends beginnt hier ab 17.30 Uhr, wenn die Sonne untergegangen ist. Das Bild zeigt den Ausblick aus meinem Zimmer und vermittelt Euch einen ersten Eindruck von der Vielseitigkeit dieser Stadt.